Spielerisch Lernen mit Fehlern produktiv umzugehen

Aus dem Umgang mit Fehlern lernen wir, sie beim nächsten Mal zu vermeiden.

Was als Kind gilt, hat auch im Berufsleben nichts von seiner Bedeutung verloren.

Das Spiel beziehungsweise die Simulation von Situationen ist eine ungefährliche Umgebung, Fehler zu begehen, um sie im beruflichen Alltag nicht zu wiederholen – und nebenbei macht Spielen wesentlich mehr Spaß als die zehnte PowerPoint-Präsentationen zum Thema und trägt damit auch einen Anteil an einem gesunden Mitarbeiterklima im Unternehmen.

Gefährliche Situationen im Berufsleben und ihre Folgen

Gleich mehrere negative Auswirkungen drohen, wenn Mitarbeiter in einem Unternehmen Fehler machen:

  • Fehler kosten Zeit im besten Fall und Geld im schlimmsten Fall. Oft stehen beide Faktoren in engem Zusammenhang, sodass gleich beides verlorengeht: In der Logistikbranche funktioniert eine Auslieferung an einen Kunden nicht wie geplant und Sie bekommen die dafür erhoffte Bezahlung nicht. Gleichzeitig kostet es vielleicht Anstrengungen, den enttäuschten Kunden wieder zurückzugewinnen. Geld verloren, Zeit verloren.
  • Die allermeisten Fehler wurden bereits in der einen oder anderen Form begangen. Wenn darüber nicht jeder Mitarbeiter informiert ist, kann es vorkommen, dass derselbe Fehler auch von anderen Mitarbeitern gemacht wird – obwohl er sich mit ein wenig Kommunikation hätte vermeiden lassen können. Wiederholte Fehler sind besonders tragisch, weil sie vermeidbar wären, Geld und Zeit gespart werden könnte und offensichtlich kein Lernprozess stattgefunden hat. Die Situation wird also aller Voraussicht nach wieder eintreten, wenn die Unternehmenskultur keinen produktiven Umgang mit Fehlern gestattet.

Ein Ausweg aus diesen Horrorszenarien steht jedoch bereit: Das Spiel.

Der Umgang mit Fehlern als Spiel

Am besten setzen Sie den Begriff „Spiel“ in einer Unternehmensumgebung mit „Simulation“ gleich: Sie und Ihre Mitarbeiter erleben Situationen, die in Ihrer Branche häufig vorkommen und versuchen gemeinsam, diese zu meistern. Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile, die sofort wirksam sind:

  • In einem Spiel drohen keine realen Konsequenzen. Mitarbeiter durchlaufen zwar dieselben Situationen, allerdings verliert das Unternehmen nichts, wenn etwas schiefgeht. Der Umgang mit Fehlern kann hier erprobt werden, ohne dass langfristige Folgen drohen.
  • Der Lerneffekt fällt ungemein hoch aus: Ermahnen Sie beispielsweise einen einzigen Mitarbeiter, weil dieser einen Fehler gemacht hat, lernen alle anderen Kollegen nichts daraus. Im Spiel bekommen alle Personen einen identischen Zugriff auf alle Informationen. Was hat zum Erfolg geführt beziehungsweise diesen verhindert? Ausnahmslos jeder Teilnehmer wird eine Antwort darauf wissen.
  • Spiele dienen auch der Mitarbeiterbindung. Die Simulationen schaffen eine entspannte Atmosphäre, die an einem gewöhnlichen Arbeitstag nicht gegeben ist. Dies stärkt das Miteinander im Unternehmen und trägt einen nachhaltigen Anteil an der Mitarbeiterzufriedenheit.

Erlebnisse erfahren, statt davon zu hören

Zwei weitere Vorteile unterstreichen die Qualität von Spielen als Tool zum Umgang mit Fehlern. Zuerst richtet das Gehirn einfach dauerhaftere, stärkere Erinnerungen und Bindungen an Ereignisse ein, die uns Spaß machen – also ein Spiel. Mitarbeiter, die gelangweilt vor der eingangs erwähnten PowerPoint-Präsentation sitzen, werden Informationen weniger reichhaltig aufnehmen als Kollegen, die dieselben Daten während eines Spiels sammeln.

 

Außerdem: Erlebnisse schaffen eine stärkere Assoziation mit dem Erlebten. Erzählen Sie einem Mitarbeiter nur vom Umgang mit Fehlern, muss er dies einfach „blind“ glauben. Wird das Erzählte in einem Spiel noch einmal verdeutlicht und selbst erlebt, fällt es einfacher, den Fehler zu vermeiden, da eine direkte Verbindung besteht. Anders ausgedrückt: Wer einmal auf eine heiße Herdplatte gefasst hat, wird dies nicht noch einmal tun.

Fazit

Der Umgang mit Fehlern als Spiel macht es deutlich einfacher, einmal getroffene Fehlentscheidungen zu korrigieren und nicht noch einmal zu wiederholen. Ein kleiner Nachteil besteht nur bei Personen, die Gruppenspielen wenig abgewinnen können und lieber „stille Leistungsträger“ sind. Davon abgesehen sollten Sie die Situationen für das Spiel so auswählen, dass der Berufsalltag möglichst exakt imitiert wird. Praxisfremde Spiele helfen nicht, sondern erhalten eher das Flair eines witzigen Betriebsausflugs für zwischendurch. Je näher das Spiel an der Realität ist, desto besser – angereichert mit ein wenig Spaß, versteht sich.

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